30 Mai 2017

FD-Cup Dießen Ergebnis und Bericht

Dießen

FD-Cup Ammersee – ein Muss für fliegende Holländer

Im 56. Jahr seines Bestehens hat der FD-Cup am Ammersee auch langjährige Teilnehmer in vielerlei Hinsicht überrascht. Einerseits konnten von den 8 geplanten Wettfahrten wirklich ganze 6 gesegelt werden, und auch die Wetterbedingungen mit strahlendem Sonnenschein, Temperaturen im hohen Zwanziger-Bereich sowie guten, ziemlich durchgängigen Windverhältnissen wurden von allen Seglern sehr genossen und ließen sie sich fast wie auf italienische Reviere fühlen.

Von den 42 gemeldeten Booten starteten nach der traditionellen Eröffnung mit Weißwurst und Freibier am ersten Tag schließlich 40 auf dem Wasser in die ersten beiden Leichtwindrennen. Das Team um Wettfahrtleiter Heinz Peter Nersinger legte wie so häufig in den Jahren zuvor einen – besonders auch in der Länge der Kreuz – sehr stimmigen Kurs in das Revier und schuf damit eine gute Voraussetzung für eine mehrteilige Regattaserie.

Seglerisch wurde der erste Tag, an dem es bei nord-östlichen Winden hauptsächlich über die linke Seite der Bahn ging, durch Ex-Weltmeister Enno Kramer (NED 26) mit seinem österreichischen Vorschoter Christoph Zingerle dominiert. Das Team konnte sich in beiden Rennen zum Ende noch gegen GER 202 (Jörn Borowski, Andreas Berlin) durchsetzen, die jeweils nach dem ersten Dreieck in Führung lagen und sich am Ende zweimal mit Platz 2 begnügen mussten. Quasi bereits in Lauerstellung dahinter lagen Thomas Schiffer und Alexander Antrecht (GER 30) mit den Plätzen 5 und 4. In den vorderen Reihen vermisst hingegen wurden zu diesem Zeitpunkt die Lokalmatadoren Hans-Peter Schwarz und Roland Kirst (GER 87) – die Plätze 8 und 19 ließen eine Zwischenauflistung ganz vorne im Feld  zunächst noch nicht zu. Doch das sollte sich ändern.

Zu Beginn des zweiten Tages zeigte sich der Ammersee in einem gewohnten Bild der Ruhe. Die Nachtbrise aus Süd war bereits abgeklungen, als die Segler morgens zur Startbereitschaft auf dem Gelände erschienen, aber nicht nur die Prognose der umliegenden Wetterstationen war optimistisch sondern auch die einheimischen Propheten waren sich sicher, dass es wird.

Gegen 13.00 Uhr hatte sich der Wind dann auch tatsächlich eingestellt und eingepegelt – ein kleines Stück weiter östlich als am Vortag und das sollte von Bedeutung werden. Im ersten Rennen des Tages setzten sich Schiffer/Antrecht (GER 30) gegen Borowski/Berlin (GER 202) durch, die sich somit ihren dritten 2. Platz in Folge sichern konnten und das Tableau zwischenzeitlich anführten.

Doch dann folgten die Stunden von GER 87 (Schwarz/Kirst), die mit ihren drei ersten Plätzen in den folgenden Rennen nicht nur allen Beteiligten deutlich vor Augen führten, dass es zu diesem Zeitpunkt nur noch über rechts ging, sondern die die auf der Startkreuz/erstem Dreieck herausgefahrene Führung jeweils souverän verteidigten und ins Ziel brachten.

Von den bis dahin Führenden gelang es nur GER 30 entscheidend gegenzuhalten und sich mit einem 7. Platz (Streicher) und zwei weiteren 2. Plätzen den in der Gesamtwertung entscheidenden Punkt Vorsprung vor den Lokalmatadoren zu sichern. Borowski/Berlin lagen am Endes des Tages punktgleich mit Schwarz/Kirst auf Platz 3; Kramer/Zingerle konnten nur bedingt an die Ergebnisse des Vortages anknüpfen und lagen mit 9 Punkten Abstand auf Platz 4.

Vier Rennen an einem Tag – das hatten die FDs am Ammersee noch nie oder zumindest sehr lange nicht gesehen. Entsprechend `ausgelaugt´ kamen die Beteiligten abends an Land und wurden dort vom Team des DSC in – man muss schon fast sagen gewohnt – herausragender Manier mit belegten Broten und Freibier empfangen. Vor dem eigentlichen Regattaessen wohlgemerkt, das ja noch folgen sollte.

An dieser Stelle deshalb ein besonderer Dank an das Team des DSC, dem es nun schon seit Jahrzehnten unter hohem persönlichen Einsatz gelingt, allen Seglern eine sehr angenehme Atmosphäre rund um den FD-Cup zu schaffen! Was dadurch hängen bleibt: Am Ammersee kann man sich eigentlich nur wohlfühlen, insbesondere, wenn die Rennen auch noch zu den o.g. hervorragenden Wetterbedingungen stattfinden. Vielleicht kann sich der eine oder andere FD-Segler im kommenden Jahr ja doch wieder motivieren, die Anreise auf sich zu nehmen – der FD-Cup hat es in jeder Hinsicht verdient!

In diesem Zusammenhang noch eine kleine Anmerkung zur Diskussion ums Startgeld im Vorfeld. Sicherlich ist es legitim und mitunter auch sinnvoll, auf störende Punkte zu verweisen und sie zur Diskussion zu stellen. Allerdings erscheint uns im Verhältnis zu dem, was Seglern am Ammersee in einer 3-Tagesveranstaltung mit entsprechendem Aufwand auf dem Wasser und an Land geboten wird, das dortige Startgeld nicht wirklich allzu hoch. Hinsichtlich der diversen Annehmlichkeiten und des Wohlfühlcharakters und auch im Verhältnis zum Gesamtaufwand der Anreise kann man u. E. immer noch von fairen Startgeldern für den FD-Cup am Ammersee sprechen. Aber das muss (und darf) natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Wir kommen auf jeden Fall gerne wieder.

Jörn und Pfanni (FD GER 202)

Hier gehts zum Ergebnis!

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